Während alle aktuellen Konsolen noch auf DVDs oder technisch vergleichbare optische Discs setzen, protzt Sony bei der PlayStation 3 mit dem Nachfolgemedium Blu-ray. Im Gegensatz zu den 4,7 GB einer normalen DVD fassen Blu-ray-Discs der ersten Generation ganze 25 GB Daten. Spätere Discs sollen sogar bis zu 200 GB Speicherplatz bieten. Dieser erweiterte Speicherplatz ist nicht nur für gerenderte Videos in HD-Qualität wichtig, umfangreiche Spiele wie RPGs sollten auch erstmals tatsächlich auf lediglich einer Disc Platz finden. HD ist ein gutes Stichwort. Wie schon die Xbox 360 und im Gegensatz zu Wii wird die PlayStation 3 Bildqualität in High-Definition ermöglichen. Hier will man auch einen Schritt weiter gehen als Microsoft. Bietet die Xbox nur ein analoges Ausgabesignal via YUV in maximal 720p oder 1080i, offeriert die PlayStation 3 in manchen Spielen sogar das überlegene 1080p-Bild. Außerdem sollen an der Konsole gleich zwei digitale HDMI-Ausgänge verbaut sein - wobei wir uns doch fragen, wer heutzutage schon zwei HDMI-Geräte besitzt. Auch an Speicherplatz soll es bei der PlayStation 3 nicht mangeln. Bietet Wii lediglich 512 MB internen Flash-Speicher und die Xbox 360 eine 20 GB-Festplatte, so kündigte Sony bereits eine 60 GB-Festplatte an. Noch nicht bestätigt wurde, ob diese bereits fest im Gehäuse verbaut ist. Da viele Entwickler allerdings ihre Spiele von einer integrierten Festplatte abhängig machen, kann man damit definitiv rechnen. Zusätzlich hat Sony an Slots für Memory Sticks und SD-Karten gedacht. So kann der interne Speicher wie bei Wii erweitert werden, außerdem wird man Bildergalerien und Videos von Memory Sticks abspielen können. Hier kopiert Sony bei seinem eigenen Handheld, der PSP.
Wie ernst Sony den Vorstoß von Microsoft in den Konsolenmarkt nimmt, wird das Online-Konzept zeigen. Mit einer detaillierten Vorstellung der Onlinepläne ist auf der E3 zu rechnen. Sony verspricht aber schon im Vorfeld kostenloses Online Gaming, Freundeslisten, Sprach- und Videochat, Online-Ranglisten, Matchmaking oder Micropayment als Standards. Scheint, als wolle man hier den Vorsprung, den Microsoft mit Xbox Live momentan genießt, schnellstmöglich aufholen.
Das große Geheimnis von Sony auf der E3 ist aber definitiv der Controller. Im letzten Jahr zeigte man einen ersten Prototyp, der schnell unter dem Namen Bumerang bekannt wurde. Das eher unergonomisch wirkende Design hat Sony aber angeblich mittlerweile fallen gelassen. So werden wir erst auf der Pressekonferenz am nächsten Dienstag um 1 Uhr Nachts unserer Zeit wohl einen ersten Blick auf das finale Gamepad werfen können. Fest rechnen darf man natürlich mit einem dank Bluetooth kabellosen Gamepad - bis zu sieben Stück soll man gleichzeitig benutzen können. Wie uns aus Entwicklerkreisen zugetragen wurde, darf man von einem wieder näher an den Dual Shock angelehnten Controller ausgehen - allerdings ist Sony immer für Überraschungen gut und hat sicher noch nicht jedes Geheimnis rund um die PlayStation 3 enthüllt. Übrigens, auch die PSP wird sich als zusätzlicher Controller über Wi-Fi mit der PlayStation 3 verbinden lassen. Welche tatsächlichen Nutzen dies in Spielen haben soll, ist noch unklar. Ein ähnlicher Versuch von Nintendo, den Game Boy Advance und GameCube zu verbinden, scheiterte kläglich.
Eine letzte Frage stellen wir uns bei diesem Technikwunder: Was wird die PlayStation 3 kosten? Mit einer Preis-Bekanntgabe ist auf der E3 leider noch nicht zu rechnen. Dennoch sollte man davon ausgehen, für die PlayStation 3 ein paar Euro mehr als für die Xbox 360 hinlegen zu müssen.
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