Das Ende des Krieges ist
nahe und ein Mann wird über das Schicksal der antiken Welt
bestimmen. Kratos, der ehemalige Gott des Krieges, ist zurück um
sich seine Rache über den Olymp zu erkämpfen. Die God of War-Reihe ist eine
der großen Blockbuster, welche repräsentativ für die Marke
PlayStation steht. Seit der PlayStation 2 entwickelte sich
Kratos sogar zu einer Art Maskottchen für Sony-Fans. Zu dieser Ehre
kam das letzte Mal Crash Bandicoot. So ist es auch kein Wunder, dass die
ganze Videospielwelt gespannt auf das erste Debüt des Anti-Helden
auf der PlayStation 3 wartet. Natürlich aber auch wegen des großen
Cliffhängers von God of War 2. Die Erwartungen sind groß. Die Santa Monica Studios und Sonys Marketing haben mit vielen Versprechungen
zusätzlich Öl ins Feuer gegossen. Doch kann der Titel diesen hohen
Erwartungen gerecht werden oder wird er unter dem angepeitschten
Feuer verbrennen? Spitzt die Klingen, lockert die Daumen und geht ein letztes mal in euch - die Götterdämmerung hat begonnen.

Ein langer Weg liegt hinter uns
Das Drama ist eine der großen Errungenschaften der griechischen Theaterkunst und Kratos´ Leben könnte direkt aus solch einem Drama entsprungen sein. Als Hauptmann
der spartanischen Armeen errung Kratos große Siege und war so
berühmt, wie berüchtigt. Bis der Kriegsgott Ares ihn mit einer List
dazu brachte, seine eigene Familie abzuschlachten. Durchzogen mit
Schuld- und Rachegefühlen ging er auf einen Feldzug gegen den
hinterhältigen Gott des Krieges. Doch wie tötet man einen Gott? Mit
der Kiste der Pandora konnte Kratos solch eine Macht erringen, die er
gleich an Ares erprobte. Dieses tilgte zwar seinen Rachedurst, aber
die Schuld nagte weiterhin an ihm. Selbstmord blieb seine einzige
Lösung. Doch die Göttin Athene rettete und krönte ihn zugleich zum
Gott des Krieges. Leider akzeptierten die restlichen Götter ihn
nicht so einfach als einen von ihnen. Frustriert suchte Kratos
Befriedigung im Krieg. Wieder war es aber ein Gott, der ihn
überlistete. Der Göttervater Zeus persönlich übertölpelte und
tötete Kratos, als dieser seine göttliche Macht abgab. Während
seines Falls in den Hades wurde er von Gaia, der Anführerin der
Titanen, gerettet. Zusammen planten sie ihre Rache gegen Zeus und den
Olymp, welche auch die Titanen vor langer Zeit besiegt und verbannt
hatten. Mit Hilfe einer kleinen Zeitreise in die Vergangenheit,
konnte Kratos Zeus bei seinem eigenem Tod überraschen. Doch Athene
warf sich beim finalen Schlag schützend vor den Göttervater. Sie
enthüllte die wahren Beweggründe von Zeus. Zeus fürchtete Kratos,
da dieser als sein eigen Fleisch und Blut den Olymp und die Götter
vernichten könnte. Rasend vor Wut über den Tod Athenas und dem
Verrat seines Vaters, erklärt der ehemalige spartanische Hauptmann
und Gott dem Olymp den Krieg. Als Unterstützung krochen die Titanen
aus ihrem Exil hervor. Gerade als die Titanen zusammen mit Kratos den
Olymp besteigen, haben wir die Geschichte verlassen. Genau hier setzt
God of War 3 wieder ein. Dem folgt natürlich ein klares Problem.
Neueinsteiger sind komplett verloren. Das Spiel nimmt sich nicht viel
Zeit etablierte Charaktere oder vergangene Ereignisse zu erklären.
Aber man muss keine Angst haben, da die Stärke des Spiels nicht die
Story ist. Auch die Beweggründe der Charaktere wirken nicht ganz
plausibel. Die Entwickler versuchen sogar am Ende einer Geschichte
mit negativer Deutung, einige positive Aspekte zu geben. Aber den
Massenmörder Kratos in ein anderes Licht zu bringen, wirkt
letztendlich doch etwas lächerlich. Dabei bleibt das Schema der
Geschichte so vorhersehbar, wie das Retten der Prinzessin vor einer
feuerspeienden Schildkröte. Im starken Gegensatz dazu ist die
Präsentation des Spiels. Die Sequenzen im Spiel sind großartig. Horden von Gegnern zu bekämpfen, während im Hintergrund ein
gewaltiger Titan gegen einen Gott kämpft, gibt einem das Gefühl
mitten drin zu sein. God of War folgt damit dem Motto des
Action-Filme Genre: Hirn aus und Augen auf.
Schuster, bleib bei deinen Leisten
Auch wenn die Geschichte
ihre Schwächen und die Präsentation ihre Stärken besitzt, wollen
wir in God of War vor allem eines: Action. Eingefleischte Fans der
Serie brauchen auch keine große Einleitung in das Kampfsystem des
Spiels, denn es ist das gleiche wie immer. Die Santa Monica Studios haben
wirklich keine Zeit mit Experimenten verschleudert und bieten God of
War-Standardkost. Ihr kämpft mit Kratos durch Horden von Gegnern,
welche ihr mit langen Kombinationen schlachtet. Schwache, starke,
sowie Luft- oder Spezialattacken verkettet der Anti-Held tanzend wie
beim Ballett. Besonderes ausgefallene Tanzschritte lassen sich in der
Performance einbauen, wenn Waffen nahtlos gewechselt oder Gegner
gegriffen werden. Auch die bekannten Quick-Time-Events sind in God of
War 3 wieder vertreten. Ist ein Gegner genug geschwächt, erscheint
ein Kreis-Symbol über diesem. Ergreift man sein Opfer, startet eine
Filmsequenz in der man bestimmte Tastenkombinationen drücken muss.
Verläuft alles nach Plan, vollführt Kratos sehr brutale, blutige
und gnadenlose Attacken gegen seinen Gegner, welche meist im Tod enden. Vor allem bei den spektakulären
Bosskämpfen sind diese Sequenzen groß in Szene gesetzt. Doch
Vorsicht, diese Sequenzen sind nichts für schwache Mägen.











